
Dr. Moshé Feldenkrais (1904–1984) entwickelte die nach ihm benannte Methode. Er wurde in Slawuta/Russland geboren, war Ingenieur, Physiker und pädagogischer Pionier.
Feldenkrais wanderte 1919 nach Israel aus, wurde Ingenieur und promovierte mit Summa cum Laude in angewandter Physik an der Sorbonne/Paris. In seiner Zeit in Paris befasste er sich tiefgehend mit Judo und gründete den Jiu Jitsu Club Frankreichs. Als erster Europäer erhielt er 1936 den Schwarzgurt im Judo. Er arbeitete im Labor von Frédéric Jolliot-Curie am Kernspaltungsprogramm mit und verbrachte die Zeit des 2. Weltkrieges in England. Neben seiner Tätigkeit bei der britischen Admiralität setzte er seine Forschungen in Neuro- und Verhaltensphysiologie und Neuropsychologie fort.
In dieser Zeit machte sich eine alte Fußballverletzung bemerkbar, die ihn sehr behinderte. Die Hoffnung auf eine Operation erwies sich als nicht vielversprechend, so musste er sich nach Alternativen umsehen. Sein Forschergeist und seine tiefe Neugier ließen ihn einen Weg finden, sein Knie schmerzfrei zu bewegen und zu integrieren. Das Wissen über Körper/Geist als Einheit, das im Judo und den östlichen Kampfkünsten eine große Rolle spielt, sowie die Kenntnis von Anatomie, Physiologie und Untersuchungen über Verhalten ließen ihn in einem Zeitraum von ungefähr 40 Jahren seine Arbeit entwickeln, die heute weltweit unterrichtet wird.
Nach dem Krieg kam Feldenkrais wieder nach Israel zurück, um die Leitung des wissenschaftlichen Forschungsinstitutes der israelischen Verteidigungsstreitkräfte zu übernehmen. Er hielt auch an der Psychologischen Fakultät in Tel Aviv Vorträge, während er seine bahnbrechende Arbeit weiterentwickelte.
Zu seinen bekanntesten Schülern gehören neben Ben Gurion, Igor Markévitch, Moshe Dayan, Yehudi Menuhin, Peter Brook, Narciso Yepes. Bekannt wurde Feldenkrais mit seiner Arbeit, als Ben Gurion im hohen Alter am Strand von Tel Aviv den Kopfstand machte, doch war ihm erst später in den 70er-Jahren der Durchbruch mit seiner Arbeit und in Ausbildungen in den USA geöffnet.
Diese Selbstforschung und seine große und besonders geniale Fähigkeit, Wissen und Erfahrungen aus diversen Bereichen zusammenzuführen und Menschen in einem pädagogischen Konzept zur Verfügung zu stellen, verdient äußerste Achtung. In einem Kommentar bemerkte Feldenkrais einmal, dass seine große Fähigkeit nicht darin läge, wissenschaftliche Bücher über komplexe Themen zu schreiben, sondern darin, jedem Menschen komplexes Wissen und Prozesse über die Erfahrung zu vermitteln, und zwar über Bewegung – und genau sie ist der große Schlüssel zur Bewusstheit.
„Ich glaube, dass die latenten Fähigkeiten eines jeden von uns beträchtlich größer sind als die, mit denen wir leben.“
Moshé Feldenkrais
„Das Genie entdeckt die Frage, das Talent beantwortet sie.“
Karl Heinrich Waggerl